Seiteninhalt

Volles Haus bei der Informationsveranstaltung "Alles Müll" im Rathaussaal

Stockelsdorf ist interessiert: mehr Besucher bei der Informationsveranstaltung „ Alles Müll“ am Donnerstag im Rathaussaal. Hoch aktuelle Themen wie Müllvermeidung und Erklärung des Müllsystems standen auf der Tagesordnung. Die Informationsveranstaltung samt Ausstellung mit Müll-Kunst kam sehr gut an.
Lautes Stimmengewirr im Rathaus erklang am vergangenen Donnerstag aus dem Sitzungssaal des Rathauses. Die Veranstaltung „Alles Müll“ hatte mehr Zuspruch gefunden als erwartet. „Wir mussten kurz vor Beginn noch eine Stuhlreihe dazustellen“ so der positiv überraschte Klimaschutzmanager Herr van der Poel, der zusammen mit Frau Starke vom Bürgerverein die Veranstaltung moderierte.
Den Anfang machte Frau Wieble Euler, die am Beispiel Ihres Lübecker Unverpackt-Ladens erläuterte, wie Abfall beim täglichen Einkauf vermieden werden kann. Neben einfachen Tipps wie: „in den meisten Supermärkten kann man loses Obst und Gemüse auch in selbst mitgebrachten Beuteln kaufen“ führte Sie aus, wie man in Unverpackt-Läden alles in eigene Behältnisse abfüllen kann und somit ein komplett verpackungsfreies Einkaufserlebnis haben kann.
„Es weht ein Wind der Veränderung durch die Branche“ beschrieb Frau Euler die Aufbruchsstimmung in der Unverpacktszene. Durch beharrliche Forderungen gegenüber den Großhändlern und Produzenten auf Reduzierung der Großverpackungen mit denen die Unverpackt-Läden beliefert werde, seien positive Änderungen in Gang gesetzt worden. Frau Euler gewährte einen Blick auf den Verpackungsanfall im Vergleich zwischen Ihren Großverpackungen mit 25 kg zu beispielsweise Einzelverpackungen aus dem Supermarkt mit 200g.
In der Pause ernteten die kreativen Umsetzungen der Schüler der Wandmal-AG viel Lob. Drei der jungen Künstler stellten zusammen mit Ihrer Lehrerin Frau Remark Ihre Ergebnisse vor. Neben den Werken der Nachwuchskünstlern der Gerhard-Hilgendorf-Schule waren auch Ausstellungsstücke aus der Ferienaktion „Alle reden über Plastik - was machen wir damit?“ der Lebenshilfe Ostholstein zu sehen, die Frau Middendorf vorstellte.
Aufsehen erregten Halsketten, die aus alten Kaffeekapseln hergestellt waren. Aber es wird keine weiteren Ketten dieser Bauart geben denn „Wir haben unsere Kapselmaschine abgeschafft und bezahlen jetzt nur noch die Hälfte für unseren Kaffee.“ Mit diesem Satz zeigte Frau Remark gleich auch auf, dass Verpackung sparen auch Geld sparen heißen kann.
Herr Kroll, der nächste Referent, stellte die Struktur des Zweckverbands Ostholstein vor, bevor er spannende Einblicke in das Abfallwirtschaftssystem gab sowie die Herausforderungen die an das System gestellt werden. Eine Herausforderung davon ist, Plastik aus dem Biomüll heraus zu bekommen. Nicht jeder wusste schon, dass auch Bioplastik nicht in die Biomülltonne darf, da es immer auch einen Anteil an erdölbasiertem Plastik enthält und im Kompostierungsprozess nicht komplett zersetzt wird.
Als am Abschluss kleine Dankesgeschenke, Verpackungsfrei aber im Einwegglas, an die Referenten überreicht wurden, konnte Herr Kroll gleich beruhigen: „ 98 Prozent des Glases werden recycelt!“.
Mit neuem Wissen und vielen Tipps im Gepäck ging es dann für alle - am schon wartenden Wachdienst vorbei - zurück in den Alltag. Was jeder einzelne mitgenommen hat, wird sich zeigen.