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Elektrisierte Verwaltung

Die Stockelsdorfer Gemeindeverwaltung fährt rein elektrisch! Auch der Dienstwagen der Bürgermeisterin ist seit Kurzem ein reines Elektroauto. Die anderen beiden Dienstwagen sind bereits umgestellt. Eine Entscheidung trotz „Reichweitenangst“.

Wenn Angst im Spiel ist, braucht es Mut als Gegenspieler. Bei der Entscheidung über den Dienstwagen der neuen Bürgermeisterin, Julia Samtleben, war die Reichweitenangst auch vorhanden. Nicht nur positive Erfahrungen der Gemeindeverwaltung und die mantramäßige Wiederholung des immer gleichen Argumentes „Damit kommt man ja gar nicht weit“ und „Es gibt ja kaum Ladesäulen“ in der Öffentlichkeit machten die Entscheidung nicht leicht.
Aber letztendlich fiel die Wahl auf ein Elektroauto, nachdem die beiden anderen Dienstwagen der Gemeindeverwaltung seit fast einem Jahr rein elektrisch angetrieben werden.

„Chancen und Risiken abwägen und sich nicht von Angst leiten lassen – nur so kann man Veränderungen bewirken“, so Frau Samtleben, die in den vergangenen zwei Wochen erste Erfahrungen sammelte.

Warum die Reichweite der Elektroautos schwankt, erläutert Manuel van der Poel, Klimaschutzmanager der Gemeinde Stockelsdorf: „Die Herausforderung ist, dass das Heizen und das Kühlen sehr viel Energie benötigen und beim Elektroauto im Winter keine Motorabwärme anfällt. „Dafür sind Elektromotoren einfach zu effizient“, scherzt der Klimaschutzmanager und erläutert weiter: „Daher muss man hier mit Bedacht vorgehen und schon bei der Anschaffung darauf achten, dass die Heizung effizient ist. So ist eine Sitzheizung hier nicht Luxus, sondern bringt die Wärme genau dahin, wo sie gebraucht wird, nämlich direkt zum Körper, ohne vorher das ganze Auto zu heizen. Für längere Strecken braucht es dann eine Wärmepumpenheizung, um die Luft im Wageninneren effizient zu heizen. Und natürlich darf man auch die Fahrweise nicht außer Acht lassen: Wenn man einen kleinen ‚Tank‘ hat, fällt auch auf, dass rasantes Fahren und hohe Geschwindigkeiten viel Energie verbrauchen. Da kann man die Physik nicht austricksen, egal welcher Treibstoff!“

Positiv aufgefallen sind bei der Anschaffung, dass der Anbieter des neuen Dienstwagens innerhalb von vier Wochen den Wagen „vors Rathaus“ stellen konnte. Zurzeit eine Seltenheiten bei den Elektromodellen. Weiter muss festgehalten werden, dass die Leasingrate den aktuellen Angeboten bei Verbrennern entspricht.

Da das Anforderungsprofil der Bürgermeisterin mit Fahrten hauptsächlich innerhalb der Gemeinde, dem Kreis und Schleswig-Holstein auch eher bei kurzen Strecken liegt, fiel dann am Ende die Entscheidung zugunsten eines Elektroautos.

Durch die täglich wachsende Anzahl an Ladepunkten sinkt natürlich auch die Reichweitenangst. Wir sind gespannt, wie die Erfahrungen von Frau Samtleben sein werden.