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Arfrade

Der Name des Dorfes läßt sich wahrscheinlich auf ursprünglich vorhandenen Wald, der gerodet wurde, zurückführen.
Arivitroth bedeutet Erdrodung und Erwitrode heißt soviel wie Arbeitsrodung oder Feuerrodung.
1328 erscheint der Name Arivitroth, Erwitrode 1330.

Das geschlossene Dorf liegt recht anmutig an der Cleverau, die zur Trave fließt. Die Hansestadt Lübeck liegt 9 Kilometer südlich und bietet mit ihrer Umgebung dem Besucher, von Anhöhen am Dorfrand Arfrades aus, ein reizvolles Panorama. Die Westgrenze bildet die Heilsau.

Arfrade hatte 2 Mühlen. 1376 und 1416 wird in der Chronik von einer Wassermühle gesprochen. Sie lag etwas weiter nordwestlich vom Arfrader Hof, an dem hier durchfließenden Bach, mitten im Dorf.

Bis 1940 war diese Mühle im Besitz der Familie Schweim und in Betrieb. Auf dem Mühlenberg, etwa 400 Meter östlich von Arfrade, stand eine Windmühle, die 1913 abbrannte. Sämtliche Urkunden von 1794 an, sind heute noch im Besitz der Familie Schweim.
Bis 1836 waren die Tankenrader und Cashagener Bauern verpflichtet, ihr Korn in Arfrade zu mahlen. Zum Mühlenkomplex gehörten noch eine Bäckerei und nach dem Ersten Weltkrieg eine Lohndrescherei.

Unmittelbar am Dorfeingang liegt der Arfrader Hof. 1450 wurde der Hof für 115 Mark vom Lübecker Bürger Jakob von Stiten an den Bürger Gereke Plote verkauft. Später kaufte die Familie Stiten den Hof zurück und er blieb 200 Jahre in deren Besitz.

Seit 1900 kann man 6 verschiedene Besitzer des Arfrader Hofes nennen. Page, Reinecke, Mühlen, Bieber und Junge. Herr Junge erwarb ihn 1928. Er ließ den Betrieb bewirtschaften, weil er eine Bäckerei, Konditorei und Café in Lübeck besaß.
1957 kaufte die SH Siedlungsgesellschaft den landwirtschaftlichen Betrieb. 1965-1973 war Herr Oerke Besitzer des Arfrader Hofes und ab 1973 übernahm der Schwiegersohn, Herr Meyer, den Hof.

Arfrade bildete mit Cashagen und Obernwohlde eine Landgemeinde. Das Amtsgericht befand sich in Bad Schwartau, die Zollbehörde für Arfrade war das Hauptzollamt Lübeck.

Gemeindevorsteher war nach dem Ersten Weltkrieg Hans Möller aus Arfrade. Ab 1933 war Johannes Koch Bauernvogt und 1945 - 1954 Ernst Clausen Dorfvorsteher, ihm folgte für ein Jahr Lübke Cassens. 1955 löste Werner Flick ihn als Dorfvorsteher ab, bis 1982. Werner Flick war es auch, der die Chronik über Arfrade zusammengetragen hat.
Dietrich Cassens war von 1982 - 1986, Werner Meyer von 1986 - 1998 und Michael Dücker seit 1998 Dorfvorsteher in Arfrade.

In der Dorfmitte entstand ein Ehrenmal zum Gedenken an 27 Arfrader Bürger, die in beiden Weltkriegen gefallen sind. Auf zwei großen Findlingen stehen Ihre Namen.

Bis 1928 wurde in einem kleinen Strohdachhaus in der Dorfmitte unterrichet, Außerhab des Dorfes wurde ein neues Schulgebäude errichtet. Bald gingen die 5.- 9. Klassen nach Stockelsdorf zur Schule. 1970 wurde auch die Grundschule geschlossen.

Durch Arfrade führte die Lübeck - Segeberger - Eisenbahn. Sie wurde 1913 - 1917 von der Firma Siemens und Halske erbaut und beförderte die Milch in Kannen nach Lübeck. Auch wurden landwirtschaftliche Produkte ab- und Kunstdünger angefahren. Ab 1936 ging der Güterverkehr zurück. 1967 wurde die gesamte Bahn stillgelegt. Heute steht auf dem ehemaligen Bahngelände die Zweigstelle der Raiffeisen Genossenschaft Lübeck - Reinfeld.

Arfrade - heute
Arfrade ist ein Bauerndorf. Waren es frührer 14 Bauern, sind es heute noch 7 aktive Landwirte, 5 mit Milcherzeugung, je 1 Rinderaufzucht und Schweinemast. Auf mittel- bis schweren Böden werden vorwiegend Winterweizen, Winterraps, Wintergerste und Zuckererbsen angebaut.

Das Dorf Arfrade wurde in den Jahren 1964 - 1976 von einem Feuerteufel heimgesucht. 7 Bauernhöfe brannten ab. So wurde Arfrade baulich erneuert. Arfrade hat 397 Einwohner/innen.


Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite http://www.arfrade.de

(Quelle: Festschrift 700 Jahre Stockelsdorf)