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Eckhorst

Bereits im Jahre 1306 wird die Dorfschaft Eckhorst (Eckhorst - der Eichenwald) in einem Grundstückskaufvertrag zwischen dem Ritter Muarquard von Sandberg und dem Lübecker Ratsherrn Dietrich von Ahlen erstmals urkundlich erwähnt. In den Folgejahren wechselte der Wirtschaftshof mehrfach die Besitzer, bis 1667 der damalige Eigentümer Heinrich Lüneburg gegen den Willen der Bauern sich von Lübeck lossagte und Eckhorst somit zu Holstein kam.

Ab 1697 gehörte der Hof Eckhorst Alexander von Lüneburg, dem Besitzer von Mori, der den Hofbetrieb 1747 aufgab und den Bauern (5 Hufner und 24 Kätner) die Eckhorster Hofflur in Pacht gab. Die neu gebildeten 29 Halbhufenstellen siedelten sich entlang der Straße (jetzige Dorfstraße) an, da in dem alten Runddorf keine Möglichkeit der Ergänzung bestand.

1788 bot der adelige Herr von Albedyll den Bauern Vererbpachtverträge mit erheblicher Pachtsteigerung an, die die Bauern zu heftigem Widerstand veranlassten. Es dauerte neun Jahre, bis eine Lösung gefunden wurde, weil die Gutsherrschaft letztendlich auf eine Pachterhöhung verzichtete.

1867 wurde Eckhorst gemeinsam mit anderen Gemeinden in das Großherzoglich-Oldenburgische Fürstentum Lübeck umgegliedert, um oldenburgische Ansprüche abzufinden. Ab 1876 gab es eine zweiklassige Schule mit 80 Kindern und zwei Lehrern in Eckhorst.

Das 20. Jahrhundert prägten zwei bedeutende Ereignisse. Erstens erteilte 1921 die "Vereinigung zwecks Versorgung der Ortschaft Eckhorst mit Elektrizität" an die Siemens-Schuchert-Werke den Auftrag zur Errichtung eines Stromnetzes (Inbetriebnahme am 17.09.1921) und zweitens wurde auf dem ehemaligen 35 m hohen Mühlenberg mit 56 m über NN 1937 der Eckhorster Wasserturm in Betrieb genommen. Damit waren zwei wichtige Schritte für ein modernes Dorfleben getan. Knapp 30 Jahre war der Turm in Betrieb. Heute beherbergt er Wohnungen mit einem herrlichen Blick über Wiesen, Felder und Wald.

Die Bevölkerung entwickelte sich in 50 Jahren von 1939 = 365 Einwohner/innen auf 1989 = 685 Einwohner/innen. Heute leben in Eckhorst 779 Personen. Es existieren noch 2 Landwirtschaften sowie einige Nebenerwerbsbetriebe. Neben 2 Gaststätten mit Pensionsbetrieb, einigen Handwerksbetrieben und Dienstleistungsunternehmen dient Eckhorst vielen Familien aus Lübeck als Wohnstatt. Diese Entwicklung setzte etwa 1970 ein, nachdem Eckhorst durch Verlust der südlich B 206 gelegenen Flächen eine unmittelbare Grenze zur Hansestadt Lübeck erhielt.

Kommunalpolitisch gehört die Dorfschaft zur Großgemeinde Stockelsdorf. Ein unmittelbar von den Bürger/innen gewählter Dorfvorstand berät die Gemeindeverwaltung in dorfrelevanten Fragen.

Seit 1984 ist in Eckhorst ein Reitverein ansässig. Die 2000 neu errichtete Reitanlage und die Möglichkeit, auf Bauernhöfen Pferde und Ponys unterstellen zu können, bieten für Aktive und Ausbilder gute Arbeitsmöglichkeiten.

(Quelle: Festschrift 700 Jahre Stockelsdorf)