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Klein Parin

Zur Zeit Karl des Großen siedelten in unserer Region die zum Volksstamm der Obotriten gehörenden Wenden. Sie hatten die Sueben abgelöst, die weiter gen Süden gewandert waren. Nach dem wendischen Stamm der Wagiren wurde das Gebiet der heutigen Kreise Plön, Ostholstein und Lübeck Wagrien genannt, das 1138/39 von den Holsten eingenommen wurde. Graf Adolf II von Schauenburg rief nach 1140 deutsche Siedler, Westfalen, Holländer und Friesen in das eroberte Wagrien und die Wenden mußten ihre leicht zu bearbeitenden Böden, die holzreiche Gegend und die fischreichen Gewässer am Schwartautal räumen. Dieser Ort hieß fortan Dudeschen Poryn ( heute Groß Parin) und die Wenden zogen weiter westwärts, wo sie in einer flachen Mulde des kammartigen Mergelrückens, der sich in Ost-West-Richtung nördlich von Lübeck etwa 70 m hoch aufwirft, neu siedelten. Hier mußten sie auf schwerem Boden Eichen- und Buchenurwälder roden und für jeden Hof einen Teich anlegen. Dieser Ort wurde jahrhundertelang Wendischen Poryn genannt, wobei Poryn für "am Bach" oder "am Stumpf" steht und wohl nur für den ersten Siedlungsort im Schwartautal zutrifft.

Eine erste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahre 1317 bekannt. Bereits 1341 verkaufte der Schlichte Buchwaldt das Dorf an den Lübecker Godecke Witte. Nach weiterem Besitzerwechsel wurde es dann ein Gechenk an die Lübecker Petrikirche, kam dann ans Domkapitel und wurde schließlich wie die übrigen Kapiteldörfer dem Fürstentum Oldenburg zugeschlagen.

Klein Parin ist das höchstgelegene aller Dörfer der Gemeinde Stockelsdorf. Die Bewohner sind wegen der räumlichen Nähe vorwiegend nach Bad Schwartau orientiert, hier werden weiterführende Schulen besucht, hier sind Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsplätze und nicht zuletzt gehört Klein Parin kirchlich zum Kirchspiel Rensefeld.

Eine Schule gibt es schon lange nicht mehr im Ort. Sie befand sich zunächst in dem alten Strohdachhaus (Baujahr 1831) am heutigen Wendenrund. 1900 etwa entstand eine neue Schule auf halben Wege nach Pohnsdorf, die Kinder aus beiden Dörfern aufnahm und bis 1970 bestand.

Von den 6 Hufnerstellen im Ort gibt es nur zwei wirtschaftende Hofstellen. Dachdecker und Schmied sind lange weg und der Hökerladen und die Gastwirtschaft sind geschlossen.

Die Zahl der Einwohner pendelte lange so um die 100 bis in den 70er Jahren mehrere Baulücken im Dorf geschlossen wurden und nun mehr als 180 Bürger Klein Parin mit Leben erfüllen.

Obwohl es in Klein Parin kein weiteres Vereinsleben, keine Gastwirtschaft und keinen öffentlichen Personenverkehr gibt, existiert dorch eine gute Dorfgemeinschaft, die sowohl von der Feuerwehr als auch von vielen kleinen und großen Einzelaktivitäten verschiedener Bürger lebt.

(Quelle: Festschrift 700 Jahre Stockelsdorf)