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Werke von Gerhard Eisenblätter (1907-1975) in Stockelsdorf

Gerhard Eisenblätter wurde am 28. Mai 1907 in Königsberg geboren und gehörte zu einer Künstlerfamilie. Wie auch schon sein Vater Wilhelm, ließ er sich zum Theatermaler und Bühnenbildner ausbilden, später besuchte er dann die Kunstakademie. Seine erste Ausstellung hatte Eisenblätter 1933 in Königsberg. Nach Kriegsende 1945 zog Gerhard Eisenblätter nach Stockelsdorf. Hier lebte er, hier arbeitete er bis zu seinem Tod. Er starb am 24. August 1975 und wurde auf dem Stockelsdorfer Friedhof zur letzten Ruhe gebettet. 
Neben Aquarellen und Ölgemälden nimmt der Bereich Kunst am Bau einen wesentlichen Teil im Gesamtwerk Eisenblätters ein.

Die Gießende (1965)

Ein Mädchen, das einen Wasserkrug in der Hand hält, dessen Inhalt sich in das grün schimmernde Becken zu Füßen der Schönen ergießt.
Was beim Betrachten der Figur nicht zu sehen ist: Durch ein Rohr,das in einem der Mädchenbeine steckt, wird das Wasser in den Krug geleitet.

Relief Stockelsdorf/Travemünde

Fü das neue Wasserwerk der Gemeinde Stockelsdorf, das 1963-1965 gebaut wurde, fertigte Gerhard Eisenblättter ein Relief. Die Maurer, die mit den letzten Arbeiten am Bau beschäftigt waren, forderte Eisenblätter auf, verschiedenfarbigen Putz aufzutragen. Aus den Farbschichten kratzte der Künstler Überflüssiges heraus, bis beispielsweise die Sonne im Ockerton erschien und ihre Leuchtkraft entfaltete. Rechtzeitig zur Einweihung der Gemeindewerke war das Relief fertig. Im linken Teil des Gemäldes ist der Ort Stockelsdorf zu sehen, die rechte Bildhälfte zeigt die Ostsee mit Travemünde. Der Himmel verbindet beides. 

Der Vogel (1969)

Rechts vor dem Eingang der Gerhart-Hauptmann-Schule ist die Plastik "Der Vogel" zu sehen. Eisenblätter selbst hat sie so genannt, Symbol für den Aufbruch ins All, aber auch für das Flüggewerden des Menschen.
Der Flugkörper aus Bronze, nach dem Modell des Künstlers von dem Lübecker Bronzegießer Benedikt ausgeführt,weist eine strenge Form auf. Mit Flügeln und Leitwerk ausgestattet, ist der Flieger in seiner Ausführung weit entfernt vom All, weit entfernt von Weltraumraketen.
Der aufstrebende "Vogel" zielt auf einen konkave Fläche, die wie ein Himmelsglobus erscheint, der ausgefüllt ist mit blauen Mosaiksteinchen. Die verschiedenen Blautöne stehen für Ferne und Unendlichkeit, aber auch für Sehnsucht des Menschen nach Freiheit und Weite. 

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Der Vogel von vorne
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Der Vogel von rechts
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Der Vogel von links


Im Innern der Schule getaltete Eisenblätter außerdem eine Wand in Sgrafitto-Technik.  

Sitzendes Schulmädchen (1973)

Das "sitzende Schulmädchen" findet man auf einem roten Backsteingemäuer vor der Grundschule Ravensbusch. Anlass dafür war der Anbau an die Grundschule, in dem weitere Klassenräume und ein Treppenhaus entstanden.

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Sitzendes Schulmädchen
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Sitzendes Schulmädchen Nahaufnahme

Quelle:

Stockelsdorfer Hefte, Heft 1 „Kunst am Bau“, 1996, Bürgerverein Stockelsdorf